Bellikon, Berikon, Bremgarten, Eggenwil, Fischbach-Göslikon, Hermetschwil-Staffeln, Künten,
Niederwil-Nesselnbach, Oberwil-Lieli, Rudolfstetten-Friedlisberg, Widen, Zufikon
Leitartikel
Ökumenische Kampagne 2018: Werde Teil des Wandels

Ökumenische Kampagne 2018: Werde Teil des Wandels

Leitartikel treffpunkt-kirche Ausgabe 2, Februar 2018

Am 24. April 2013 stürzte in Bangladesch eine Textilfabrik ein. Das achtgeschossige Gebäude der Firma Rana Plaza in Sabhar, auf dem bereits das neunte Geschoss gebaut wurde, war illegal und mit minderwertigem Baumaterial erstellt worden. Im Rana Plaza wurde für Marken produziert, die bei uns verkauft werden wie C&A, Benetton oder Mango.

Am Vortag waren in dem Gebäude Risse festgestellt worden. Deshalb verbot die Polizei den Zutritt. Die Angestellten wurden jedoch von den Fabrikbetreibern gezwungen, ihre Arbeit aufzunehmen. Als das Gebäude um 9 Uhr kollabierte, waren mehr als 3‘000 Menschen im Gebäude. 1‘135 von ihnen starben bei dieser Katastrophe.

Mit der Berichterstattung über die Tragödie wurden auch die unmenschlichen Arbeitsbedingungen in den Textilfabriken bekannt. Näherinnen werden geschlagen, Kinderarbeit ist verbreitet. Rund 75 Prozent der Angestellten sind Frauen. Auf ihnen lastet oftmals die Verantwortung für die ganze Familie. In Bangladesch arbeitet eine Näherin bis zu 16 Stunden am Tag an sieben Tagen pro Woche. Und dies zu einem Lohn, der bei weitem nicht reicht für ein Leben in Würde. Kommt es zu Arbeitsunfällen oder anderen Absenzen, zum Beispiel durch Krankheit oder Schwangerschaft, haben die Frauen keinerlei soziale Absicherung und stehen vor dem Nichts.

Als Gründungsmitglied der Fair Wear Foundation, (Organisation für faire Kleidung), engagiert sich BROT FÜR ALLE für die Rechte der Angestellten in der Textilindustrie. Mit der FWF wurde eine bisher einmalige Kooperation geschaffen: Gewerkschaften und NGOs wie BROT FÜR ALLE setzen sich zusammen mit Unternehmensvertretern und Markenlabels ein – mit dem Ziel, die Arbeitsbedingungen nachhaltig zu verbessern.

Firmen, die der FWF beitreten, verpflichten sich, acht Punkte der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte entlang der gesamten Lieferkette umzusetzen. Dazu gehören eine freie Arbeitswahl, das Verbot von Diskriminierung und Kinderarbeit sowie das Recht auf existenzsichernde Löhne. Weiter umfassen die Prinzipien die Vereinigungsfreiheit, das Recht auf Kollektivverhandlungen, angemessene Arbeitszeiten, sichere und gesundheitsverträgliche Arbeitsbedingungen sowie ein rechtsverbindliches Arbeitsverhältnis.

Überprüft werden die Verbesserungen durch unabhängige Kontrollen, die regelmässig und unangemeldet durch lokale Partnerorganisationen durchgeführt werden.

Der Slogan der Ökumenischen Kampagne 2018 «Werde Teil des Wandels» möge uns ermutigen, achtsamer unsere Kleiderwahl zu treffen und eine Organisation zu unterstützen, welche sich

                     für eine Welt engagiert, in der alle genug zum Leben haben.

Bitte beachten Sie die diesem treffpunkt-kirche beigelegte Agenda „Für eine bessere Welt ...“ und den auf Seite 4 in diesem treffpunkt-kirche integrierten Einzahlungsschein für das ökumenische Projekt von FASTENOPFER und BROT FÜR ALLE „Den Arbeiterinnen und Arbeitern in der Textilindustrie eine Stimme geben“ (siehe auch Agenda 5.-7.3.2018)

Am 10. März werden wiederum Jugendliche in und um die Einkaufsmärkte Fairtrade-Rosen für 5 Franken verkaufen.

Während der Passionszeit finden verschiedene ökumenische Suppentage statt, welche in diesem treffpunkt-kirche publiziert sind.

Wir danken Ihnen herzlich für Ihr Interesse und wünschen Ihnen eine besinnliche Passionszeit.

Für das Ressort Oekumene, Mission und Entwicklungszusammenarbeit (OeME)

                                                          Hans E. Jakob, Pfr.