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Leitartikel
Komm zu dir!

Komm zu dir!

Leitartikel treffpunkt-kirche Ausgabe 6, Juni 2018

Kennen Sie das: Jeder will Ihre Aufmerksamkeit? Ich zum Beispiel: JETZT von Ihnen!

So ist mein Alltag: Alles um mich herum ringt um meine Aufmerksamkeit. Und dann passiert‘s, dass ich mich gar nicht bewusst entscheide, an wen ich meine Aufmerk-
samkeit verschenke: Mal bekommt sie mein Handy oder der Computer, mal mein Gegenüber, mal meine Gedanken an gestern oder meine Wünsche für morgen… Während des ganzen Tages ist meine Aufmerksamkeit ruhelos mal hier, mal dort. Meine Seele reagiert darauf verwirrt, manchmal müde, gestresst, genervt. Und manchmal wehrt sie sich mit Traurigkeit, Wut oder Ärger.

Mir wurde erst kürzlich bewusst, dass meine Aufmerksamkeit das Wertvollste in meinem Leben ist. Und ich trage alleine die Verantwortung dafür, wem ich sie oder was davon ich schenke. Und mein Leben gestaltet sich aus dem, worauf ich meine Aufmerksamkeit richte.

Ich lerne nun, bewusster mit meiner Aufmerksamkeit umzugehen. Und dabei hilft mir die Meditation. Sie ist eine Möglichkeit, um meine Aufmerksamkeit nicht auf etwas Bestimmtes zu fokussieren, sondern – im Gegenteil – sie zu öffnen, mich all meiner Sinne bewusst zu werden und meiner Seele Platz zu machen: In mir selbst. Ich lerne wieder, zu sein ohne zu tun. Und werde mir bewusster, auf wen oder was ich meine Aufmerksamkeit richte.

Es gibt viele Arten von Meditationen. Man muss ein wenig suchen, bis man eine findet, welche einem entspricht. Ich persönlich habe mich für die „Tafeln von Chartres“ entschieden. Sie sehen sie hier abgebildet. Halten Sie das Bild so nahe an die Augen, dass Sie jede dieser Figuren dreimal sehen, anstatt zweimal wie abgebildet. Wenn es Ihnen gelingt: Bleiben Sie dabei. Verharren Sie. 5 Minuten,
10 Minuten, eine Stunde oder mehr. Und Sie werden sehen, wie Ihre Seele zur Ruhe kommt und Ihre Aufmerksamkeit sich verändert.

Für Fragen und weitere Informationen stehe ich sehr gerne zur Verfügung.

                                                                                Ihre Pfarrerin Corinne Dobler