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Leitartikel
Endlich Ferien!

Endlich Ferien!

Leitartikel treffpunkt-kirche Ausgabe 7 / 8, Juli / August 2016

Sommer… Eine Jahreszeit, die ich immer sehr geniesse. Normalerweise sonnigere und längere Tage als in den übrigen Monaten. Spontane Begegnungen mit Men-
schen, die zu Hause an unserem Sitzplatz vorbeispazieren. Und natürlich die Sommerferien.

“Wenn man beginnt, seinem Passfoto ähnlich zu sehen, sollte man in den Urlaub fahren…“ Ephraim Kishon. Früher mochte ich die Ferien nicht. Für mich war es Zeit-
verschwendung. Weshalb Ferien machen, wenn doch in dieser Zeit so viel Arbeit liegen bleibt, die ich anschliessend bereits wieder “leicht” gestresst, erledigen muss.

Wenn ich in der Online-Bibel die Stichworte: Urlaub, Freizeit, Hobby, etc. eingebe, bleiben die Ergebnisse sehr überschaubar… Da hat zum Beispiel Nathanael bei sei-
nem Vater Saul Urlaub für David beantragt, um diesen vor Saul zu schützen. Ein schöner Gedanke, der in unserer Zeit vielleicht so aussehen könnte, dass wir Urlaub machen müssen, um uns vor uns selbst zu schützen. Uns zu schützen vor Dauerstress, vor ständigem Zugriff auf unsere Ressourcen, davor, uns für unersetzbar zu halten.

Wie viele Menschen sind nur noch am Funktionieren. Am Durchhalten und Durchbeissen. Kopf runter, Zähne zusammenbeissen und rennen…

Auch die Freizeit und der Urlaub werden durchgeplant. Keine freie Minute. Keine Langeweile aufkommen lassen. Nur nicht zu viel über sich selber nachdenken.

Wenn es dann doch dazu kommen sollte, bleibt ja noch die Bildschirmzeit: Fernseher, Computer, Handy. Diese wird uns aber nicht zur Ruhe bringen. Unsere Batterien werden durch Geschäftigkeit und Bildschirmzeit in unserer Freizeit nicht neu aufgeladen.

Lassen wir uns deshalb von Mahatma Gandhi inspirieren: Es gibt Wichtigeres im Leben, als ständig dessen Geschwindigkeit zu erhöhen.

Warum nicht einfach einmal „planlos“ durch die Gegend schlendern. Sich gehen und überraschen lassen, von dem was passiert. Eine Schildkröte kann mehr von ihrem Weg erzählen, als ein Hase.

Wenn wir dann gut erholt an unsere Arbeit zurückkehren, werden im „facebook“ vielleicht weniger Sprüche über den anscheinend so “mühsamen” Montagmorgen zu lesen sein.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen einen schönen und entschleunigenden Urlaub mit vielen neuen und unvergesslichen Eindrücken!

                                                                             Marcel Sturzenegger, Sozialdiakon